Wie kommentieren Sie die Sparpläne der Bundesregierung ?
Ggf: Wo hätten Sie stattdessen den Rotstift angesetzt?
Die Bundestagsabgeordneten DER LINKEN, Paul Schäfer und Matthias W. Birkwald aus Bonn und Köln solidarisieren sich mit dem Anliegen der Bürgerinitiative RUF 2 aus Bornheim. Der Verkauf von Eigentum der Stadt ist kein sinnvoller Schritt die Finanzsituation der Stadt Bornheim zu verbessern. Dies gilt für den Verkauf der Freibadwiese aber auch für den Verkauf von städtischen Wohnungen und Grundstücken.
09.07.2010
Thomas Nord schreibt für den Bundestagsreport der Landesgruppe Brandenburg

Viele mittelosteuropäische Staaten sind zwei Jahre nach dem Beginn der Krise auf IWF-Gelder angewiesen. Die Regierungen setzen deswegen Einsparungen auf die Tagesordnungen, die zeigen, wohin es gehen könnte, wenn die Krise von der Peripherie ins europäische Zentrum wandert. Die Spirale aus Kapitalflucht, Währungsverfall und Zusammenbruch des Konsums lässt europaweit die Befürchtung des weiteren Absturzes von Banken und Industrie aufziehen.
Bei Gesprächen zwischen Internationalem Währungsfond (IWF) und Regierungen, die Kredite benötigen, müssen die Regierungen eisernen Sparwillen und radikalen Sozialabbau beweisen, um neues Geld zu bekommen. Rumänien, Ungarn und Polen haben ihn bewiesen und Zusagen des IWF bekommen. In Ungarn begannen die Verhandlungen in dieser Woche.
Nach dem Verfassungsgerichtsentscheid in Rumänien gegen die Kürzung der Renten um 15 %, hatte Bukarest mit Beginn 1. Juli zur Kompensation eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 19 % auf 24 % beschlossen. Alle Angestellten im öffentlichen Dienst erhalten fortan 25 % weniger Lohn, im öffentlichen Sektor werden 53.000 Stellen gestrichen. Rumänien spart härter als das krisengebeutelte Griechenland.
Schlimmer noch hat es die Ukraine erwischt. 2009 sackte die Wirtschaft um 15 % ab, das Land wird um eine Rezession nicht herumkommen. Das Defizit lag offiziell bei 6,5 % des Bruttoinlandsprodukts, inoffiziell werden 12 % genannt. Die Auszahlung von 13,1 Mrd. Euro, mit denen der IWF das Land vor dem Kollaps bewahrte, wurde 2010 eingestellt, weil der damalige Präsident Juschtschenko die vom IWF geforderten Sparmaßnahmen verweigerte. Sein Nachfolger Janukowitsch bemüht sich, das Vertrauen des IWF zurückzugewinnen und halbierte medienwirksam sein eigenes Gehalt. Höhere Konsumsteuern sollen 1,5 Mrd. Euro Mehreinnahmen bringen. Die Höchstpension wird um drei Viertel auf 1.000 Euro gekürzt. Nach IWF soll das Defizit unter 5,5 % des BIP gedrückt werden. Die Entscheidung über eine Kreditlinie über 12 Mrd. Euro soll im Juli fallen.
Auch Ungarn steht unter dem Mikroskop des IWF. Die Zustimmung zu einem neuen Kredit ist von einer zweiwöchigen Inspektion der Staatsfinanzen abhängig. Budapest erhofft einen 10 bis 20 Mrd. Euro-Kredit ab 2011. Den bestehenden 20 Mrd. Euro Kredit von IWF und EU will Ungarn nicht ausschöpfen, man hofft auf bessere Konditionen. Die Mehrwertsteuer wurde von 20 % auf 25 % erhöht, Beamte und Pensionäre müssen mit weniger Geld auskommen. Das Defizit wurde 2009 trotz Wirtschaftseinbruch von 6,5 % auf 4 % gedrückt.
Für Polen hat der IWF eine Kreditlinie in Höhe von 20,4 Mrd. US Dollar für ein Jahr genehmigt. Polen versicherte, dass es sich um eine Vorsichtsmaßnahme handelt und dass Geld nicht abgerufen wird. In Griechenland wurde das Sparpaket am Donnerstag verabschiedet, die Regierung zeigte sich auch vom siebten Generalstreik in diesem Jahr unbeeindruckt.
02.07.2010
Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat spürbar politische Auswirkungen in den EU-Ländern. In den jüngsten Wahlergebnissen spiegelt sich die Enttäuschung der Bevölkerung gegenüber regierenden Parteien wider. Es wird nach Schuldigen für die Krise und ihre Auswirkungen gesucht. So konnten in vergangenen nationalen Wahlen in Europa besonders Parteien mit rechtsextremistischen und antiislamischen Haltungen einen Stimmengewinn verzeichnen. Diese betreiben nicht nur Propaganda mit ihrer Forderung nach einem „nationalen Bewusstsein“, sondern hetzen die Bevölkerung mit „Feindbildern“ gegen Minderheiten auf, die in der Krise als „Sündenböcke“ herhalten müssen.
In Belgien ist der Fraktionsleiter der Vlaams Belang Dewinter der Meinung, der Islam gehöre nicht nach Europa. Seine Partei hatte in der nationalen Wahl am 13. Juni 2010 7,7% erreicht. Der islamkritischen Liste Dedecker gelang 2009 auch schon der Sprung ins Europäische Parlament.
In den Niederlanden hat die Freiheit-Partei (PVV) von Geert Wilders seine Stimmen mehr als verdoppeln können (15,5%). Er forderte bereits im Wahlkampf, den Bau von Moscheen gesetzlich zu verbieten. Die PVV verbreitet Anti-Islam-Parolen und hat erklärt, die Immigration von Moslems nach Europa zu stoppen. Wilders arbeitete 2004 an einem Film mit, der die Botschaft verbreitet, der Islam wolle die Welt erobern.
Die neue britische Regierung ließ jüngst Überwachungskameras in überwiegend von Moslems bewohnten Stadtteilen von Birmingham installieren und will die Einwanderung beschränken. Der neue Premierminister Cameron (Conservative and Unionist Party) hatte im Wahlkampf versprochen, die Zahl der Immigranten zu verringern.
Die rechtsextreme Jobbik-Partei Ungarns wendet sich in faschistischer Manier gegen Sinti und Roma. Sie hat in der Wahl im April stark zugelegt (16,7%). Sie fordern ein Programm nach dem Motto „Kauft Ungarisch!“ Vokabeln wie „ausrotten“ gehören zu ihrem Vokabular. Zudem besitzen sie einen paramilitärischen Arm, die „Neue Ungarische Garde“.
Gegen diesen Trend spielen eindeutig rechtsextreme und neonazistische Gruppen in Tschechien sowie in der Slowakei keine Rolle in der Parteipolitik. Im Februar 2010 kam es erfreulicherweise sogar zum Verbot einer rechtsextremen Partei in Tschechien. Jedoch verschaffen sich dort rechtsextreme Gruppen durch öffentliche Auftritte Gehör, z.B. im Juni in einem vorrangig von Roma bewohnten Stadtviertel, um „gegen den Zigeunerterror“ zu protestieren.
In Deutschland bejahen mittlerweile mehr als zwei Drittel aller muslimischen Gläubigen in Deutschland eine pluralistische Gesellschaft. Dagegen sind nach einer Umfrage 29% der BürgerInnen Deutschlands der Meinung, Moslems solle die Zuwanderung in die Bundesrepublik untersagt werden.
19.06.2010

Dem Beitrag der letzten Woche ist anzufügen, dass der rumänische Ministerpräsident Emil Boc das Misstrauensvotum am Dienstag knapp überstanden hat und die Sparpläne in die nächste Stufe der Umsetzung gehen. Die Gehälter im öffentlichen Dienst werden um 25 % gekürzt. Die Mindestrente um 15 %. Die Pläne finden auch weiterhin keinen Rückhalt in der rumänischen Bevölkerung, die innenpolitische Krise dauert an.
Zu dieser Woche: Am 12. Juni 2010 wurde in der Slowakei ein neues Parlament gewählt. Die konservativen Parteien haben eine deutliche Mehrheit bekommen. Nach Wahlerfolgen von konservativen Parteien in Ungarn am 25. April und Tschechien am 28. Mai ist die Slowakei das dritte osteuropäische Land, das einen Rechtsschwenk vollzieht. Ungarn hatte übrigens letzte Woche Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil es sich in einer Griechenland vergleichbaren Lage darstellte. Aus der Parlamentswahl in der Slowakei ist ein Bündnis von vier bürgerlichen Oppositionsparteien als Sieger hervorgegangen. Das beherrschende Thema des Wahlkampfs waren die Beziehungen zum Nachbarland Ungarn.
Streitpunkt ist der Landstrich im Süden der Slowakei, der bis zum Ersten Weltkrieg zu Ungarn gehörte. Die Angst, dass die überwiegend von der ungarischen Minderheit bewohnten Gebiete eine Autonomie anstreben, beherrscht schon seit Jahrzehnten die slowakische Politik. Zehn Prozent der Slowaken gehören der ungarischen Minderheit an und seit in Budapest eine rechtskonservative Regierung an der Macht ist, sind beide Seiten im diplomatischen Dauerkonflikt. Zuletzt schlug die ungarische Regierung vor, Slowaken mit ungarischen Wurzeln eine doppelte Staatsbürgerschaft zu gewähren. Für viele Slowaken ist das eine Provokation, sie fürchten jetzt um ihre territoriale Unversehrtheit. Dies ist leider kein Einzelbeispiel.
Durch das politische Erdbeben bei den Wahlen in Belgien am 13. Juni hat die Neu-Flämische Allianz einen Sieg errungen. Die Partei will Flandern vom französischsprachigen Teil Belgiens trennen. Ob angesichts der komplizierten föderalen Struktur und der tiefen Feindschaft zwischen den Sprachengruppen zum 1. Juli eine neue Regierung steht, ist fraglich. Belgien übernimmt am 1. Juli für sechs Monate die EU- Ratspräsidentschaft. Es werden sehr intensive Monate, aktuell liegt der Fokus der Finanzkrise
auf Spanien. Offiziell dementiert Spanien den ökonomischen Notstand. Aber die Gewerkschaften bereiten für den 29. September einen Generalstreik vor.
Beitrag von Thomas Nord zum Bundestagsreport 11/2010

Rumänien wurde von der Wirtschaftskrise 2008 besonders schwer getroffen und bat den IWF entsprechend um Hilfe. Im Frühjahr 2009 haben EU und IWF Rumänien die Auszahlung eines Kreditpakets von ca. 20 Mrd. Euro an harte Sparauflagen gebunden. Die Regierung schnürte ein Paket, das die sozial Schwachen am härtesten trifft. Rumänien erlebte in der Folge die größten Massenproteste seit 1989. Der gesamte öffentliche Sektor trat Anfang Oktober '09 in den Ausstand. Es kam zu einer Regierungskrise.
Am 13. Oktober 2009 sprach das Parlament Ministerpräsident Boc das Misstrauen aus. Die Auszahlungen der Kredite wurden gestoppt. Nach den Wahlen vom 6. Dezember 2009 wurde Emil Boc erneut mit der Regierungsbildung beauftragt. Die alte und neue Regierung ist seit dem 23. Dezember 09 wieder im Amt. Damit waren die Voraussetzungen für eine weitere Auszahlung des IWF-Kredits gegeben. Die Regierung Boc II musste ein Absichtspapier an den IWF bezüglich der Sparmaßnahmen vorlegen, damit die für Juni 2010 vorgesehene fünfte Darlehenstranche in Höhe von 850 Millionen Euro ausbezahlt werden kann. Die Sparpläne verursachten eine neue Qualität im Konflikt.
Die wichtigsten Gewerkschaften Rumäniens hatten für den 31. Mai zu einem landesweiten Generalstreik aufgerufen. Die Streiks dauern bis heute fort. Der Protest richtet sich z.B. gegen eine Entscheidung, die Gehälter im öffentlichen Dienst um 25 % zu kürzen. Das durchschnittliche Einkommen in Rumänien gehört mit etwa 400 € pro Monat zu den niedrigsten in der EU. Die Mindestrente beträgt 170 € und soll ebenfalls um 15 % gesenkt werden. Die Folge: Ministerpräsident Emil Boc musste am 07. Juni erneut die Vertrauensfrage stellen. Damit ist er einem weiteren Misstrauensantrag der Opposition nur kurz zuvorgekommen. Die Abstimmungsentscheidung – auch über das Sparpaket - ist für Montag, 14. 06. geplant.
Der Chef des größten rumänischen Gewerkschafts-Dachverbands, Bogdan Hossu, fürchtet, dass die Entwicklung in Rumänien zum Präzedenzfall werden könnte. Geldgeber wie der IWF würden den Staaten zwar helfen, aber die Bedingungen dafür seien knallhart. „Der Preis, den die Gesellschaft dafür zahlen muss, ist so hoch, dass er den Sozialstaat nach europäischem Muster in Frage stellt. Wenn von Rumänien verlangt wird, solche Ungerechtigkeiten zu akzeptieren, dann könnte das ein Modell für die ganze EU werden“, meint Hossu. „So gesehen ist das, was bei uns passiert, eine Bedrohung für ganz Europa.“
Beitrag von Thomas Nord zum Bundestagsreport 10/2010

Der Stabilitäts- und Wachstumspakt ist der finanzpolitische Drehund Angelpunkt des Euro. So steht es jedenfalls auf dem Papier. Die Praxis sieht anders aus. Von 27 Staaten der Europäischen Union halten sich nur fünf daran. Wir haben eine Schuldenkrise der europäischen Staaten, so der Tenor der heutigen Bundestagsdebatte. Der Euro und Europa sind in Gefahr, so heißt die alarmierende Nachricht.
Das war vorhersehbar. Im Jahr 2008 hatten die Banken eine Schuldenkrise. Auf einmal durfte der Markt nicht mehr in aller sonstigen Freiheit über das Handeln der Banken richten. Die europäischen Staaten wurden für das Bezahlen verfehlter Spekulation in die Pflicht genommen. Die schwarz-rote Bundesregierung hat einen Schutzschirm über 480 Milliarden für die Banken aufgespannt. Banken wurden als systemrelevant eingestuft und gerettet.
Wo steht Europa heute? Wir haben eine Finanzkrise der europäischen Staaten. Wir haben eine Krise des Euros. Die gesamte Eurozone wackelt. Der europäische Verfassungsprozess ist gescheitert. Die Lissabon-Strategie für 2010 ist gescheitert. Der Vertrag von Lissabon ist ein notdürftig gezimmertes Gerüst, mit dem verhindert wurde, dass die geplatzte Verfassung mit lautem Getöse zu Boden fällt. Der Vertrag von Lissabon sollte 50 Jahre halten. Heute muss der Euro und die europäische Vertragskonstruktion in nächtelangen Krisensitzungen gerettet werden.
Bereits nach sechs Monaten steht fest, der Vertrag ist das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben steht. Die Finanzkrise der Banken von 2008 ist zu einer Krise der europäischen Staaten 2010 geworden. Weil der Verlust der Spekulanten im Jahr 2008 zu einer Schuldlast der Staaten gemacht wurde. Der Schuldenstand der Bundesrepublik wurde dadurch in einer Haushaltsperiode versechsfacht. CDU und FDP sagen: Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt.
In dieser Woche ging es um die Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus. Der Mechanismus ist auf drei Jahre angelegt und hat ein Volumen von 750 Milliarden. Die Bundesrepublik hat in etwa 150 Milliarden davon übernommen. Das entspricht einem halben Bundeshaushalt.
Nun sagt Schwarz-Gelb, wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt. Tatsache ist, in den letzten zehn Jahren sind die Reallöhne um 11,3 Prozent und die Realrenten um 8,5 Prozent gesunken. Damit wird deutlich, was für ein „Wir" die Bundesregierung meint.
Es ist das Wir derjenigen, die am Ende auch von der jetzigen Krise profitieren werden. DIE LINKE fordert eine Banken- und Versicherungsabgabe, einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn zur Stärkung der Binnennachfrage und eine europaweite Regulierung der Finanzmärkte.
17.05.2010

Seit der Einführung des Euro vor acht Jahren hat sich die Summe der Verbraucherkredite verfünffacht. Immer mehr Waren und auch Luxusgüter wurden auf Pump gekauft. Meckern über die Verschwendungssucht der Griechen hat Konjunktur, aber wie ist die politische Lage? Trotzdem ist die Verschuldung der Privathaushalte immer noch niedriger als in Deutschland. Der griechische Staat war 2009 mit 115,1% des Bruttoinlandsprodukts verschuldet. Wirklich überraschend kam dieser Anstieg nicht, 2006 waren es bereits 97,8%.
Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit liegt in Griechenland mit 41,6 Stunden deutlich über dem EU-Durchschnitt von 37,4 Stunden. Sie gehen auch nicht früher in Pension oder Rente: Das mittlere Renteneintrittsalter liegt mit 61,4 Jahren genau im EU-Durchschnitt. In Deutschland sind es 61,7 Jahre. Die Griechen verdienen dabei deutlich weniger als der durchschnittliche EU-Bürger. Das Lohnniveau liegt bei 73 Prozent, die Renten bei nur 55 Prozent des EU-Durchschnitts. Jeder vierte Grieche verdient weniger als 750 Euro im Monat, jeder fünfte Haushalt lebt unterhalb der Armutsschwelle. Das soziale Gefälle ist viel größer als in Deutschland.
Die Griechen haben alles darangesetzt, in die Eurozone aufgenommen zu werden. Es wurde darüber diskutiert, dass die griechischen Haushaltsstatistiken geschönt sind. Die kritischen Argumente wurden seitens derjenigen in den Wind geschlagen, die über den Beitritt Griechenlands zur Eurozone zu entscheiden hatten. Es ist also fragwürdig, die Verantwortung für die aktuelle Situation alleine nach Griechenland abzuschieben. Nachdem die Regierung die Situation in bester Kohlscher Manier seit Monaten ausgesessen hat, müssen CDU/CSU und FDP nun in einem unglaublichen Tempo ein Gesetz durch den Bundestag und den Bundesrat peitschen, um die Zahlungsfähigkeit Griechenlands zu sichern. Portugal, Spanien, Italien und Irland könnten folgen.
Die Bundesregierung will mit dem Gesetz den Finanzminister ermächtigen, Griechenland bis zu 22,4 Milliarden Euro Kredit zu geben. Was öffentlich mit „Deutschland rettet die Griechen“ diskutiert wird, sieht bei genauem Hinschauen anders aus. Der Finanzminister leiht am Geldmarkt für 3% Zinsen, gibt Griechenland den Kredit für 5% Zinsen und realisiert damit einen Gewinn von mehreren Hundert Millionen Euro. Ein kleiner Obolus, damit die deutsche Wirtschaft weiterhin Exportweltmeistergewinne einfahren kann. Und wenn es schief geht, zahlen in Griechenland und in Deutschland die gleichen Leute die Zeche.